NGN-Umstellung bei der Telekom läuft in vollen Zügen – Errichter sind bei der Umrüstung auf IP-Technologie gefordert!

NGN-Umstellung bei der Telekom läuft in vollen Zügen – Errichter sind bei der Umrüstung auf IP-Technologie gefordert!

30.10.2017

In einem Gespräch mit Experten des BHE-Fachausschusses Übertragungstechnik wiesen die Verantwortlichen der Telekom Deutschland GmbH vor Kurzem darauf hin, dass der Umstieg auf All-IP bei der Telekom in vollem Gange ist und derzeit ca. 70.000 Anschlüsse pro Woche umgestellt werden. Demnach wird die von der Telekom bereits vor Jahren angekündigte IP-Umstellung bis Ende 2018 faktisch abgeschlossen sein („bis auf einige wenige Sonderfälle“). Weiterführende Informationen finden Sie im aktuellen Newsletter des BHE.

Die flächendeckenden Umstellungen der Deutschen Telekom und der anderen Provider betreffen nicht nur die Übertragungswege in der Telefonie, sondern wirken sich auch auf andere Endgeräte wie Aufzugnotrufsysteme, EC-Cash-Terminals und selbstverständlich auch auf Ihre Fernüberwachungsanlagen aus. Mit unseren FAQ möchten wir Ihnen weitere Hilfestellungen zu diesem komplexen Thema liefern und hoffen, ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen.

Was bedeutet NGN?

NGN steht für “Next Generation Network”, also für “das Netz der nächsten Generation”. Dieses soll durch den Umbau des Deutschen Telefon- und Internetnetzes entstehen – weg von der heutigen, vielschichtig gewachsenen Infrastruktur hin zu einer neuen, einheitlichen Struktur auf Basis der IP-Technologie.

Warum wird das Telefonnetz umgestellt?

Die bisher eingesetzte Technik wird den zukünftigen Ansprüchen nicht mehr gerecht und wird auch schon bald nicht mehr von Herstellern und Lieferanten unterstützt. Telekommunikationsanbieter, allen voran die Telekom, bauen nun das “Netz der Zukunft”. Und das bringt einige Vorteile: Die Netzinfrastruktur wird deutlich übersichtlicher und damit günstiger für den Betreiber. So muss der Telefonanbieter nicht mehrere Netze pflegen – die bisher getrennten Infrastrukturen werden zusammengelegt und werden zukünftig eine Sprache „sprechen“. Außerdem erfüllt die IP-Technologie den steigenden Bedarf nach Bandbreite, neuen Diensten und Services.

Sind alle Telefonanbieter von der IP Umstellung / NGN betroffen?

Die Deutsche Telekom ist der große Treiber der Umstellung. Sie verwaltet in Deutschland rund 20 Millionen Festnetzanschlüsse. Bis zum Jahr 2018 sollen alle auf die IP-Technologie umgestellt sein. Allein heute werden bei der Telekom täglich bis zu 70.000 Anschlüsse umgestellt. Auch andere Anbieter werden ihr Angebot sukzessive auf IP-Anschlüsse ausrichten.

Was ist ein Provider / Wen meinen Sie mit Anbieter?

Mit Provider oder Anbieter ist das Unternehmen gemeint, das Ihnen die Telekommunikationsdienstleistungen, wie etwa Telefon-, Mobilfunk- und/oder Internetdienste, zur Verfügung stellt (wie zum Beispiel die Telekom). In unserem Fall geht es speziell um Ihren Anbieter für das Internet.

Welchen Anschluss brauche ich in Zukunft für meine Fernüberwachungsanlage?

Sie benötigen eine aktive Internetverbindung, um eine Übertragung zu gewährleisten. Es wird ein DSL Anschluss von 6000 kbit/s mit einem Upload von mindestens 128 kb/s benötigt, damit das System ordnungsgemäß arbeiten kann.

Gibt es Risiken bei der Umstellung meiner Fernüberwachung auf IP-Technologie?

Für Sie entstehen keine Risiken, sondern vielmehr ein ganz neuer Standard an Sicherheit, denn die Verbindung der IP-gestützten Systeme wird in einem sehr engmaschigen Intervall von unserem System geprüft. So kann ein Verbindungsausfall zum Beispiel noch schneller festgestellt und behoben werden als bisher. Auch die Übertragung der Meldung im Alarmfall erfolgt zukünftig noch schneller.

Brauche ich eine Internet-Flatrate?

Eine Flatrate ist keine Voraussetzung für die Fernüberwachung. Wenn Sie mit dem neuen Anschluss jedoch eine Daten-Flatrate bereitstellen, dann entfallen die bisherigen Verbindungskosten. Welcher Tarif für Sie am besten geeignet ist, besprechen Sie bitte direkt mit ihrem Anbieter/Provider.

Kann ich das Problem mit einem neuartigen Router lösen?

Ein neuer Router („Integrated Access Device“, IAD) sorgt teilnehmerseitig dafür, dass analoge oder ISDN-Endgeräte (Telefon und Telefax) weiterhin verwendet werden können, indem die entsprechenden Anschlüsse nachgebildet werden. Als aktive Komponente ist das IAD teilnehmerseitig mit Strom zu versorgen. Da die Nachbildung nur für Telefone und Faxgeräte erfolgt, funktionieren analoge oder ISDN-Alarm-Übertragungseinrichtungen an diesen Anschlüssen nicht mehr. An NGN-Anschlüssen können nur noch IP-basierte Übertragungseinrichtungen eingesetzt werden.

Was ist, wenn mein Anbieter noch keine Umstellung angekündigt hat?

Auch wenn Ihr Anbieter Ihnen noch keine Umstellung Ihres analogen Anschlusses auf IP angekündigt hat: Wir empfehlen Ihnen, jetzt aktiv einen IP-Anschluss zu beantragen. Somit können Sie schon selber frühzeitig auf den neuen Standard umstellen und sorgen dafür, dass Ihre Fernüberwachung reibungslos weiter übertragen kann. Vielleicht haben Sie aber auch schon parallel einen bestehenden DSL-Anschluss, zum Beispiel für die Internetnutzung? Dann können wir diesen auch für die Fernüberwachung nutzen und schon frühzeitig umstellen.

Was ist, wenn in meinem Gebiet kein IP/DSL verfügbar ist?

Dann kann erst einmal alles so weiter laufen, solange Ihr Anbieter den analogen Anschluss unterstützt. Sollte sich das ändern, kontaktieren Sie uns bitte schnellstmöglich.

Mein Anschluss wurde bereits auf IP umgestellt und die Fernüberwachung läuft reibungslos weiter.

Es ist leider so, dass für Sie vor Ort im Regelfall nicht erkenntlich ist, dass die Umstellung Ihres Telefonanschlusses auf NGN Auswirkungen auf die Funktion Ihrer Fernüberwachung hat. Es hat sich jedoch gezeigt, dass es aufgrund der verwendeten Übertragungsprotokolle zu Problemen bei der Übertragung an die Notruf- und Serviceleitstelle kommen kann. Im schlimmsten Fall kann das bedeuten, dass wir im Alarmfall keine Meldung aus Ihrem Objekt erhalten. Daher ist es unabdingbar, dass wir Ihre Fernüberwachung auf die IP-Technologie anpassen.

Sollten Sie noch Fragen haben: Das Protection One NGN-Team steht Ihnen selbstverständlich gerne unter folgenden Kontaktdaten zur Verfügung:

Tel.:       02132 – 99 6 99 1450 // Fax:       02132 – 99 6 99 294 // Mail:      NGN@ProtectionOne.de

 

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